REGIMENTSSPIELMANNSZUG

Über 55 Jahre Regimentsspielmannszug der Altstädter Köln 1922 eV

Was wäre Köln ohne Musik, was wäre der Kölner Karneval ohne seine Spielmannszüge, die dem fröhlichen Zug durch die Straßen und Säle das Gefühl geben, auf einem Teppich aus Tönen und Begeisterung der Menschen zu schweben.
Die Musik ist ein ständiger Muntermacher,
denn sie animiert zum Mitmachen, Mitsingen und Schunkeln.

Wir sind seit mehr als 55 Jahren der ständige musikalische Begleiter der Altstädter
durch die Säle und die Straßen der Stadt.
Das ist für alle die im Karneval zu Hause sind eine nicht mehr wegzudenkende Tradition.

Mit Stolz können alte und junge Mitglieder auf die Leistungen und die Einsatzbereitschaft verweisen,
die in jeder Session von allen gefordert, ein Einsatz, der immer wieder mit viel Engagement
und Spaß an der Freud´ geleistet wird.

Und diese Freude wird sich fortsetzen, Jahr für Jahr, wenn an der Spitze der Altstädter
wieder der Regimentsspielmannszug marschiert.

 


Wie entstand diese außergewöhnliche Beziehung?

Bis zum Jahre 1930 spielten wir für die Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V.
Warum sich diese Wege trennten ist heute nicht mehr bekannt.
1931 spielten wir für die Kölner Funken Artillerie von 1870,
den Blauen Funken. In diesen Jahren stand ein Spielmann in unseren Reihen,
der später einmal sehr bekannt werden sollte. Es handelte sich um Rickes Engel,
der mit der Gruppe "De vier Botze" in Köln seine karnevalistische Karriere startete.
Diese Zeit wurde dann durch die Wirren des 2. Weltkrieges beendet.
Wir mussten in der Zeit von 1939 – 1945 pausieren.

Kurz nach Kriegsende 1945 fanden sich acht Kameraden des einstigen Spielmannszuges wieder.
Wie muß es diesen Männern gegangen sein?
Welche Gefühle müssen sich in diesem Moment abgespielt haben?
Köln lag in Trümmern! Familienangehörige und Freunde waren tot, oder an einem unbekannten Ort! Vielleicht war es die Einsamkeit und Armut, die diese 8 Spielleute veranlasste,
den Spielmannszug wieder aufleben zu lassen, welches allerdings unter der alliierten
Führung nicht statthaft war. Wie ein Geheimbund traf man sich in den Kellern der
ausgebombten Häuser, um eine Probe abzuhalten.

Welch eine Grausamkeit, rheinische Lieder vermischt mit dem Schmerz des vergangenen Krieges.
Die Musik, der einzigste Lichtblick, Kameradschaft der vielleicht einzige Rückhalt dieser 8 Männer.

Aber das Ausharren hatte sich gelohnt. 1947 wurde der Spielmannszug wieder zugelassen.
In jenem Jahr trat Jacky Thiery in den Verein.

1948 war der Spielmannszug wieder spielfähig und eröffnete mit und für die Blauen Funken den Geisterzug am Karnevalssamstag. Einige Differenzen waren ausschlaggebend für die Trennung
von dieser Gesellschaft.

Nach dieser Trennung, am Karnevalssamstag, traf man auf der Straße am Excelsior Hotel, einen netten, seriös wirkenden Herren, mit dem sich folgender Wortlaut ergab:

" Watt sitt Ihr dann für ene Haufe?"
" Mer sin ene Spielmannszoch!"
" Un för wä dot Ihr spelle?"
" För keine em Moment!"
" Es joh prima! Ich ben de Fritz Figge, dä Präsident vun de Altstädter!
Hatt Ihr kein Loß für uns zo spelle“?
" Joh, woröm och nitt?! Wann solle mer kumme?"
" Dann kutt Ihr Rusemondach öm 7.00 Uhr morjens zum Stadtjade op de Venloerstroß,
do wet Ihr engekleid!"


Das dieses Gespräch der Anfang einer Ära sein sollte, hat damals noch keiner geahnt.
Nun ja, Rosenmontag sollte es erst einmal ein großes Gelächter geben;
denn die Uniform bestand lediglich aus einem umgebauten Flötenwasserkessel,
sowie einer weißen Hose und einem weißen Hemd. Mittags lief dann - seinerzeit noch inoffiziell -
der Rosenmontagszug durch Köln, in der stolzen Uniform des Altstädterkorps.
Die historische Ausstattung war ja leider durch den Krieg zerstört worden.
Alle Gesellschaften mussten neu aufgebaut werden.

In dieser Zeit fanden üblicherweise die Aufzüge in der Spielformation 1 zu 16; 1 Tambourmajor,
8 Tambouren und 8 Flötisten, statt. Der Spielmannszug wurde bis 1953 von Herrn Josef Willms angeführt. 1953 übernahm Herr Martin Fritsch die Stabführung. Er hielt weiter an der Formation 1 zu 16 fest.

1960 beschloß Martin Fritsch sich aus dem Vereinsleben zurückzuziehen.
Das 1. Kölner Tambour- und Hornistenkorps bekam einen neuen, vierten Tambourmajor,
innerhalb von 41 Jahren. Diesmal war es ein Mann aus den eigenen Reihen, der gelernt hatte
und bereits 12 Jahre Spielerfahrung im Spielmannszug gesammelt hatte.

Die Rede ist von Jacky Thiery.

Jacky Thiery nahm die Chance wahr, den Spielmannzug umzugestalten.
Er hatte einen Blick für die Zeit und erkannte, daß die Spielformation 1 zu 16,
die noch militärischen Ursprungs war, nicht mehr "in" war. Gegen den Widerstand einiger
alter Spielleute beschloß Jacky Thiery die Mitgliederzahl zu erhöhen und das Instrumentarium
mit Lyra und Schlagzeug zu bereichern. Der erste Schellenbaum wurde angeschafft.

Mit der Zeit hatten wir eine Gesamtstärke von 1 zu 27 und waren mit dem Stammkorps
von damals nicht mehr zu vergleichen. Alles hatte sich geändert!

Doch diese Änderung war nicht daneben gegangen, denn 1962 belegte das 1. Kölner Tambour-
und Hornistenkorps bei der Internationalen Europameisterschaft im Kölner Eisstadion,
unter seinem jungen Tambourmajor den 3. Platz unter den Spielleuten.

In diesen Jahren traten auch Gerdemie und Karl-Heinz Basseng, als Tanzpaar in das Altstädterkorps,
ein. In dieser Zeit entwickelte sich eine besonders enge, freundschaftliche Beziehung zwischen dem Tanzpaar und dem Spielmannszug. Diese freundschaftliche Beziehung übertrug sich sehr schnell
auf alle Mitwirkenden und ist noch heute der Grundstein unseres Verhältnisses.

In diesen Jahren konnte das Altstädterkorps mit seinem großartigen Tanzpaar, und seinem
reformierten Regimentsspielmannszug, große Erfolge erzielen.

Darüber hinaus wurden die Altstädter 1968 von dem damaligen Festkomiteepräsidenten
Ferdi Leisten, zum Traditionskorps ernannt.

In dieser Zeit wurden bei uns zum erstenmal Kinder musikalisch ausgebildet, und zu den Aufzügen mitgenommen. Kinder in einem Spielmannszug waren damals etwas außergewöhnliches.
Wir wurden teilweise als "Kindergarten" verpönt und ausgelacht. Doch Jacky Thiery hielt an
dieser Idee fest ohne zu wissen, daß die Knirpse im zarten Alter von 8 - 12 Jahren,
später ein Hauptbestandteil des Spielmannszuges sein würden.

1970 kam für uns der schwärzeste Tag in der Vereinsgeschichte. Das schlimmste, was einem Verein wohl widerfahren kann ist, wenn der Vorstand eigenmächtig handelt. Durch Unkorrektheiten des damaligen Vorstandes, war ein Zusammenharmonieren nicht mehr möglich. Jacky Thiery und weitere
17 Kameraden traten sofort aus. Alles das, was Jacky Thiery und seine 17 treuen Spielleute,
u.a. auch die Knirpse, in jahrelanger Arbeit aufgebaut hatten, war nun zerstört.

Der Versuch, als geschlossene Einheit in einen anderen Spielmannszug mitzuspielen, mißlang.
Kein Spielmannszug war damals bereit, so eine starke Gruppe aufzunehmen.

Das erste Mal kam der Gedanke einen eigenen Spielmannszug zu gründen. Nachdem die Damen
der Spielleute aktiv wurden und Instrumente stifteten, kam der Aufschwung. Jetzt brauchten wir noch einen Vereinsnamen. Welchen Namen gibt man einem Verein, der von 17 treuen Kameraden gegründet werden sollte?! Jacky Thiery erinnerte sich eines alten Marsches "In Treue Fest".
Kaum ausgesprochen, waren alle schon begeistert.
17 Spielleute die "IN TREUE FEST" zusammenhielten.

Der Name war geboren! Nunmehr kam das Problem der Geldbeschaffung. Die Summe für neue Instrumente und Uniformen war enorm. Wir spielten Ständchen für DM 20,00 - DM 50,00.
Mehr war ohne eine Uniform nicht zu erwarten.
Trotzdem waren wir glücklich und zufrieden überhaupt existent zu sein.

Es waren erst zwei Monate nach der Trennung vergangen, da ergab sich ein Zufall, der für unser heutiges Auftreten ausschlaggebend war. Jacky Thiery erfuhr von einem Bekannten, daß das 1. Kölner Tambour- und Hornistenkorps nicht mehr für die Altstädter spielen wollte. Ein Wechsel zur Ehrengarde der Stadt Köln stand bevor. Wir beriefen sofort eine Zwischenversammlung ein und beschlossen, unsere Dienste den Altstädtern anzubieten, was für beide Parteien eine gewagte Sache war. Denn bei einer Gesamtstärke von 1 zu 16, durften nicht viele Spielleute krank werden. Wie jeder sicher weiß, ist dies im Winter besonders schwierig. Aber die Altstädter gab und diese Chance. Wir bekamen den Vertrag und eine Konventionalstrafe wurde ausgeklammert.

Niemand kann sich vorstellen, welche Hochachtung wir empfanden, als der Vertrag unterzeichnet wurde. Dieses stolze Traditionskorps ließ uns nicht hängen. Selbst als wir mit nur zwölf Spielleuten in den Gürzenich einzogen, brach man nicht den Stab über uns, sondern hoffte wie wir, auf baldige Verstärkung.

Der Vertrag der Altstädter öffnete uns viele Türen, vor allem die der Geschäfte. Trommeln, Schlagzeug, Schellenbaum, Lyren, alles vom Besten wurde bestellt.

Wir standen auf eigenen Beinen, und das schuldenfrei!!!

Von nun an bekam unser Name eine neue Bedeutung im Hinblick auf unsere Karnevalsgesellschaft; "Am guten Alten, in Treue (fest) halten".

1971 in unserer "ersten" Session für die Altstädter, weckten wir erstmalig am Rosenmontagmorgen die Altstädter. Freudestrahlend kamen uns im Bademantel und Schluffen, unser Tanzpaar Gerdemie und Karl-Heinz Basseng, auf der Straße begrüßen. Leider schlug in diesem Moment die Tür in Bassengs Haus zu. Ein Königreich für einen Schlüsseldienst, und das am Rosenmontag um 6.00 Uhr in der Früh. Nun ja, das Wecken wurde jedenfalls nicht mehr wiederholt.

Im Jahre 1972 boten die übriggebliebenen, aber nicht mehr spielfähigen Mitglieder des 1. Kölner Tambour- und Hornistenkorps, uns die Übernahme des Namens an. Nach einem Zwischenversammlungsbeschluß im März 1972, übernahmen wir das 1. Kölner Tambour- und Hornistenkorps 1919 e.V. zu unseren Bedingungen. Das Korps war nun endlich in verantwortungsbewußte Hände übergeben. Doch der Name "In Treue Fest" wurde beibehalten und ist heute unser offizieller Vereinsname:

1. Kölner Tambourkorps "In Treue Fest" 1919 e.V.
Regimentsspielmannszug der Altstädter Köln 1922 eV


Der besondere Zusammenhalt zwischen den Altstädtern und uns, bewies sich erneut im Jahre 1974. Auch die Altstädter hatten, aufgrund der Herstatt-Pleite, kurzfristig finanzielle Probleme. Das Altstädterkorps übernahm selbstverständlich den Kostenbeitrag für den Regimentsspielmannszug.

1977 erhielten wir von der KG Große Kölner, unter ihrem damaligen Präsidenten Heinz-Helmut Simon, den historischen mittlerweile über 100 Jahre alten Schellenbaum, um damit das gute Verhältnis zwischen dem 1. Kölner Tambourkorps "In Treue Fest" und den Großen Kölner in und außerhalb Köln zu dokumentieren.

Diese und andere Ehrenbekundungen verhalfen uns und demzufolge auch den Altstädtern, zu einem hohen Ansehen.

Auch ein Generationswechsel im Vorstand des Spielmannszuges, brachte keinen Nachteil in der Zusammenarbeit mit den Altstädtern. Die neuen und jungen Vorstandsmitglieder wurden vom ersten Tag an mit offenen Armen empfangen und akzeptiert. Die Offenheit und Akzeptanz ist auch heute noch mit allen Gruppierungen der Altstädter vorhanden.

Für uns war es im Jahre 1982 selbstverständlich, auf eigene Kosten für alle Spielleute neue Altstädteruniformen fertigen zu lassen. Dies sollte auch unsere besondere Beziehung zu den Altstädtern dokumentieren.

1986 ermöglichten unsere Spielleute Heinz Reichert und Heinz Sauerbier, durch den Bau eines Festwagens, die Teilnahme für unseren gehbehinderten Tambourmajor Jacky Thiery, an den kommenden Rosenmontagszügen. Auch hier unterstützten uns die Altstädter, damit dieser Wagen mit in den Rosenmontagszug integriert werden konnte. Ein Dankeschön aber auch an den damaligen Zugleiter, Franz Wolff, der diesen Festwagen unbürokratisch in den Rosenmontagzug nahm.

Die Session 1987 fing für uns schlecht an. Unser Tambourmajor Jacky Thiery mußte aufgrund eines Verkehrsunfalls ins Krankenhaus. In verschiedenen Vereinen munkelte man schon, daß der Regimentsspielmansszug der Altstädter, unter der Leitung des stellvertretenden Tambourmajors Hermann-Josef Thiery, auseinander gehen würde. Doch diese Leute hatten die Rechnung ohne unseren Vorstand, die Spielleute und den Altstädtern gemacht. Die Vorstandsmitglieder Bernhard Röttgers, Michael Klaer, Christian Hönerbach und Michael Klaas unterstützten Hermann-Josef Thiery nach Leibeskräften. Das ehemalige Tanzmariechen Gerdemie Basseng bescheinigte Hermann-Josef Thiery, ein würdiger Vertreter seines Vaters zu sein. Der Präsident, der Korpskommandant und die einzelnen Abteilungen lobten die Disziplin der Spielleute und die Stabführung von Hermann-Josef Thiery. Selbst das Festkomitee des Kölner Karneval machte keinen Unterschied zwischen dem alt-gedienten Tambourmajor und seinem Sohn Hermann-Josef Thiery. Somit konnte Jacky Thiery eine Woche vor Rosenmontag voller Stolz und Zufriedenheit den Regimentsspielmannszug wieder übernehmen.

In der Session 1988/89 widmeten die Altstädter ihren Sessionsorden ihrem Spielmannszug für seine 40 jährige Treue zur Gesellschaft.

Auf Initiative der Altstädter erhielt Jacky Thiery 1989 den Orden des Festkomitee Kölner Karneval, für besondere Verdienste um den Kölner Karneval, in Gold. Nur kurze Zeit später verlieh man ihm den Orden des Bürgerausschusses der Stadt Köln.

Im Mai 1989 feierten wir mit den Altstädtern unser 70 jähriges Jubiläum.

Selbstverständlich ist es für uns eine Ehrensache, die Jubiläen der Altstädter und deren Gruppen Reiterkorps, Senat und Tanz- und Fußkorps, immer musikalisch zu unterstützen.

Nachdem der Rosenmontagszug 1990 beinahe wegen des Sturmes ausgefallen wäre, stand die folgende Session 1991 im Schatten der Ereignisse am Golf. Der Krieg führte die Kölner in zwei Lager. Die einen wollten trotz der schlimmen Ereignisse ihren Karneval feiern, die anderen glaubten, in dieser Situation dürfe man keinen Humor veröffentlichen. Der Straßenkarneval wurde daraufhin abgesagt. Nach einigen Tagen der Diskussion und Besinnung traf man bei den Altstädtern die Entscheidung, dennoch an Weiberfastnacht den Karneval auf dem Alter Markt zu eröffnen. Wir marschierten vom Hotel Mondial aus, bunt kostümiert, Richtung Alter Markt. Was sich dann auf dem Alter Markt abspielte, kann man nur als "echten" Fastelovend us em Hätze bezeichnen. Spontan kamen die Menschen auf den Alter Markt, um zu singen und zu schunkeln. Nach und nach kamen dann auch weitere Interpreten wie die Bläck Fööss und Paveier, um mit uns auf dem Alter Markt Fastelovend zu fiere. Selbstverständlich ging auch Rosenmontag ein spontan organisierter Zoch, an dem die Altstädter mit Regimentsspielmannszug teilnahmen.

1992 wurde anläßlich des 70 jährigen Jubiläums der Altstädter, zum erstenmal eine CD mit einigen Stücken des Regimentsspielmannszuges präsentiert. Einer der Höhepunkte dieser CD ist zum Abschluß der karnevalistische Zapfenstreich in Begleitung der Colonia Big-Band unter der Leitung von Hermann Knopp. Diesen karnevalistischen Zapfenstreich spielen wir seit einigen Jahren traditionell, und seit letztem Jahr zusammen mit unserer Regimentskapelle Musikzug Köln-Flittard, auf dem Korpsappell der Altstädter.

Eine schöne Geste der Altstädter ist auch immer die Einladung des Regimentsspielmannszuges zum Häre-Kommers, mit Hämmchen und Kölsch, im Gürzenich. Diese und andere Aktionen verstärken das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen der Gesellschaft und ihrem Regimentsspielmannszug.

Am 8. November 1993 verstarb nach langer Krankheit unser Tambourmajor und 1. Vorsitzender Jacky Thiery. Obwohl alle Mitglieder über den schlechten Gesundheitszustand von Jacky Thiery informiert waren, war der Tod unseres Leiters und väterlichen Freundes für uns alle ein großer Schock. Die Teilnahme unzähliger Menschen an seiner Beerdigung zeigte noch einmal, wie beliebt dieser Mann war und bleiben wird. Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft seines Spielmannszuges hatte er bereits einige Jahre vorher gestellt. Demzufolge konnten wir trotz aller Trauer unseren Weg weitergehen und die kommende Session vorbereiten.

Nachfolger als Tambourmajor wurde sein Sohn und bisheriger Stellvertreter Hermann-Josef Thiery. Stellvertretende Spielleiter sind Bernhard Röttgers und Hans-Jürgen Frank.

Zum 1. Vorsitzenden wurde Bernhard Röttgers gewählt.

1994 feierten wir mit den Altstädtern unser 75 jähriges Jubiläum.

Wir vertreten auch außerhalb der Session die Farben der Altstädter, indem wir die Fahne und Schellenbäume mit dem Emblem der Altstädter schmücken. Wir sind dem breiten Publikum als Spielmannszug der Altstädter ein Begriff. So konnten wir 1995, als die Altstädter aufgrund der im Sommer stattgefundenen Jahreshauptversammlung, eine sehr schlechte Presse hatten, demonstrieren:
Der Regimentsspielmannszug steht zu seinen Altstädtern.

Zwischenzeitlich haben wir auch wieder Kinder im Alter von 5 - 12 Jahren in unseren Reihen. Es sind die Kinder von den Knirpsen und Jugendlichen, auf die einst Jacky Thiery baute. Was gibt es schöneres, als daß Väter und Söhne gemeinsam musizieren. Überhaupt ist die Altersstruktur im Spielmannszug sehr ausgewogen. Kinder, Jugendliche, deren Väter und Rentner stehen in einer Reihe. Von einem sogenannten Generationskonflikt ist bei uns nie die Rede. Diese Ausgewogenheit ist seit einigen Jahren ebenfalls in den Korps der Altstädter festzustellen.

Seit 1996 treten wir zusammen mit den Spielmannszügen der Blauen Funken und der Nippeser Bürgerwehr, bei besonderen Veranstaltungen des Festkomitees, auf. Die intensiven Vorbereitungen mit den Kollegen und die bisherigen Aufzüge, haben sehr großen Spaß gemacht und werden mit Sicherheit bei entsprechenden Anlässen wiederholt.

In der Jubelsession 1997 haben wir anläßlich des 75 jährigen Jubiläums der Altstädter, die erfolgreichsten Musikstücke der letzten Jahrzehnte, zu einem "Jubiläumspotpourri" zusammengestellt. Für uns war es natürlich selbstverständlich, ein musikalisches Geschenk zu präsentieren. So traten wir zusammen mit dem Spielmannszug der Nippeser Bürgerwehr und der Regimentskapelle der Altstädter, auf dem Häre-Kommers auf. Als Höhepunkt stieß dann zum Schluß die Gruppe LEO COLONIA dazu und sang ihre Kölschen Lieder.

Anläßlich des o.a. Jubiläums, brachten die Altstädter ein Buch mit der Chronik der Altstädter und einer Chronik des Regimentsspielmannszuges, heraus.

Im Juli 1997 veranstalteten die Altstädter zum erstenmal ein Sommerfest, auf dem der Regimentsspielmannszug natürlich seinen musikalischen Gruß initiierte.

Als Fazit und Resümee der letzten 5 Jahrzehnte kann man festhalten, dass sich Kontinuität eben auszahlt. Von 1960 -1993 war Jacky Thiery und zusätzlich ist seit 1978 Hermann-Josef Thiery Ansprechpartner der Altstädter. Es wurde immer offen und kritisch kommuniziert. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine vertrauensvolle und harmonische Zusammenarbeit. Die Kommunikation zwischen dem Regimentsspielmannszug und den einzelnen Gruppierungen der Altstädter, Reiterkorps, Senat und Tanz- und Fußkorps, ist freundschaftlich und durchweg positiv. Darauf können wir alle sehr stolz sein.

1989 feierte das 1. Kölner Tambourkorps "In Treue Fest" sein 70 jähriges Bestehen und das Festkomitee wählte das Motto:
Mer maache Musik - mit vill Harmonie .
1998 feierten wir zusammen mit den Altstädtern: 50 Jahre Regimentsspielmannszug der Altstädter und das Festkomitee wählte wieder eine treffendes Motto aus: Fastelovend und Dom im Jubiläumsfieber.

Unter diesem schönen Motto wurde die Jubiläumssession erfolgreich abgeschlossen. Anlässlich dieser stolzen 50 Jahre, erhielten die Altstädter von uns einen symbolischen Vertrag, in dem wir für jedes vergangene Jahr genau 1 Pfennig abrechneten, sodass wir einen Beitrag in Höhe von DM 0,50 berechneten.

Zudem holten wir unseren „alten“ Fanfarenmarsch Larida aus unserem musikalischem Fundus. Nach langen Probeinheiten, konnten wir diesen Marsch mit großem Erfolg auf den Bühnen in und um Köln präsentieren.

1999 hatten wir wieder einmal die große Ehre, im schönen Lutzingen/Bayern, anlässlich des „Bundesgauschießen“ aufzuspielen. Nach 3 Tagen intensiven Feiern, waren wir alle froh, dass es wieder nach Köln ging.

Als im Sommer 2000 in der Kölner Presse veröffentlicht wurde, dass die Altstädter in der Session 2001 das Dreigestirn stellen würden, kamen die ersten „Sonderauftritte“ mit dem designierten Dreigestirn. Zudem probten wir mit Franz Buchholz, Walter Engelmann und Hans Kölschbach einige musikalische Stücke ein, die die Kollegen als Dreigestirn in den Kölner Sälen mit großem Erfolg aufführten.

Zudem produzierten wir mit unserem „fussich Julchen“ einen Hit auf der neuen CD. Dies wurde ein großer Erfolg. Der Hit: Dr Herrjott meint et jot mit uns, wurde in der Hitparade von Radio Köln auf den dritten Platz gewählt. Selbst in der bekannten Jugendzeitschrift BRAVO wurde der Hit in den Charts ausgewiesen. Damit konnte natürlich keiner rechnen. Selbst-verständlich hatten wir auch einige gemeinsame Aufzüge mit dem „fussich Julchen“, Marita Köllner, die sehr großen Spaß gemacht haben.

Die Session 2001 stand natürlich im Zeichen des Altstädter-Dreigestirns. Der Höhepunkt neben den vielen karnevalistischen Aufzügen, war unsere Teilnahme an einer kurz nach Karneval stattfindenden Veranstaltung in Calpe/Spanien. Dort konnten wir uns 4 Tage neben den Karnevalsfeiern, kulinarisch erholen. Diese Reise ist uns allen noch in sehr guter Erinnerung und wird mit Sicherheit einmal wiederholt.

Wir spielen nunmehr seit über 55 Jahren ununterbrochen für die Altstädter und sind demzufolge der dienstälteste Regiments-Spielmannszug hier in Köln.

Von der Homepage "Radio Köln 107,1 Alaaf"
vom Altstädter-Musikchef 11 jecke Karnevalssessionen hat das Team von Radio Köln 107,1 seit Gründung unseres Senders erlebt, doch eine grössere Ehre als am Rosenmontag ist uns noch nicht widerfahren. Es ist mitten im Zoch, die Altstädter kommen daher, natürlich auch der Regiments-Spielmannzug der Altstädter mit Hermann-Josef Thierry am Tambourstock. Kaum erblickt Thierry unser jeckes Radio Köln 107,1-Team, lässt er seine Mannschaft aufhören zu spielen und Haltung annehmen. Und dann stimmt Hermann-Josef Thierry mit seinem Spielmannszug den Altstädter-Marsch an und salutiert unserem Team - zu Ehren von Radio Köln 107,1 :-) Unser Reporter-Team auf der Tribüne hat sich gefreut wie jeck. Um sich bei Hermann-Josef Thierry dafür zu bedanken, ging Klaus Huber von Radio Köln 107,1 am Karnevalsdienstag zum Nippeser Dienstagszug, bei dem die Altstädter ebenfalls spielten. Er zeichnete Thierry mit dem seltenen Radio Köln-Karnevalsorden aus (Auflage ganze 250 Stück, unverkäuflich!), und was macht Hermann-Josef Thierry, dieser Jeck, mitten auf der Neusser Strasse? Er lässt seine Musiker wieder anhalten und ruft "Kölle", "Radio Köln 107,1", "Altstädter" und das jecke Nippeser Völkchen ruft jedesmal "Alaaf" dazu. Dafür ein weiteres Dankeschön an den Musikchef der Altstädter, Hermann-Josef Thierry. ( vom 05.03 um 15:03 Uhr )

 

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